
Orientalische Handschriften
Die Sammlung orientalischer Handschriften ist maßgeblich im frühen 19. Jahrhundert entstanden. Sie ist heute die drittgrößte Sammlung dieser Art in der Bundesrepublik Deutschland.
Die Sammlung orientalischer Handschriften der Forschungsbibliothek Gotha ist vor allem durch die Aktivitäten des Gelehrten Ulrich Jasper Seetzen entstanden, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Auftrag der Herzöge von Sachsen-Gotha-Altenburg den Vorderen Orient bereiste und Handschriften erwarb. Nach München und Berlin gilt die Gothaer Sammlung heute als die drittgrößte ihrer Art. Sie bildet einen Querschnitt durch alle Richtungen islamischer Gelehrsamkeit über einen Zeitraum von 800 Jahren hinweg und enthält Handschriften in arabischer, osmanisch-türkischer, persischer und syrischer Sprache.
Die Sammlung ist einzigartig, nicht nur, weil eine Vielzahl der Handschriften unikal überliefert ist. Sie besticht durch ihren enzyklopädischen Charakter, der zum einen den aufklärerischen Bildungshorizont Seetzens und seiner herzoglichen Auftraggeber widerspiegelt, zum anderen eine Fülle privater Schriften, Dokumente und Aufzeichnungen von Gelehrten und unbekannten Verfassern enthält. Sie gibt somit einen einmaligen Einblick in die vormoderne Wissenskultur im Nahen Osten, insbesondere in osmanischer Zeit.
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