Die auffällige und repräsentative Figurengruppe aus verschiedenfarbigem, teilweise bemaltem und vergoldetem Speckstein (Steatit) sowie Holz wurde höchstwahrscheinlich 1712 von Herzog Friedrich II. zusammen mit der Münzsammlung und anderen Kunstkammerstücken aus Arnstadt erworben. Dort befand sie sich im Besitz von Fürst Anton Günther II. und Augusta Dorothea von Schwarzburg-Arnstadt, die die chinesischen Specksteinfiguren möglicherweise in den Niederlanden angekauft hatten.
Bei den Figuren handelt es sich um Gottheiten bzw. Unsterbliche aus dem daostischen Kanon, die bis heute im chinesischen Volksglauben eine Rolle spielen. Wie die Heiligen der christlich-europäischen Tradition gehen sie mitunter auf historische Persönlichkeiten zurück, um die sich Legenden, z. B. von Wundertaten, bildeten, und die ganz konkret um Hilfe gebeten werden können. Zu erkennen sind sie an ihren Habitus und ihren Attributen. So finden sich auf dem durchlöcherten Felsen mehrstufig und paarweise um die Hauptfigur Shouxing (Gott des langen Lebens mit dem Ling-Zhi-Pilz) gruppiert: flankierend Lü Dongbin mit Wedel und Cao Guojiu mit Kastagnetten; rechts Lan Caihe mit Ling-Zhi-Pilz und Zhongli Quan mit kariertem Gewand; links Zhang Guolao mit Bambustrommel und Li Tieguai mit Kalebasse sowie in der vorderen Mitte Han Xiangzi mit Flöte und He Xiangu mit Pfirsich.
Agnes Strehlau