Kurz vor seinem Aufbruch ins Osmanische Reich und Arabien im Jahr 1802, wurde der Arzt und Botaniker Ulrich Jasper Seetzen von dem in herzoglichen Diensten stehenden Astronomen Franz Xaver Zach in Gotha in die Bedienung astronomischer Geräte eingewiesen und mit Messgeräten und einem Sextanten ausgestattet, um während seiner Reise geodätische Untersuchungen vornehmen zu können.
Unterwegs in Westasien und Ägypten suchte er immer wieder lokale Astronomen auf, um sich mit ihnen fachlich auszutauschen. In seinem Tagebuch ist für den 14. Januar 1809 der Besuch von Scheich Osman El Mikáty in Kairo beschrieben, der in dem Quartier Szuk el Szlâhh in der Nähe des Festungsbergs Mokkatam wohnte. Er genoss den Ruf einer der vorzüglichsten Astronomen in Ägypten zu sein, der die Kunst beherrschte, Mekkazeiger (Küble náma) und kleine tragbaren Taschen-Sonnenuhren anzufertigen. Von ihm erwarb er nachweislich zwei Sonnenuhren, ob auch die anderen in der Friedensteinschen Sammlung vorhandenen astronomischen Geräte, Messinstrumente und Kalender aus seiner Werkstatt stammen, konnte noch nicht nachgewiesen werden.
Kerstin Volker-Saad