Wedel von Schwanenfedern (Gänsefedern?), Das fächerförmige Blatt aus Schwanen-, Pfauen- und Flamingofedern ist in Messingstreifen montiert, deren Blumenrankenornamente farbig emailliert sind. Die Messingstreifen sowie eine aufgesetzte Fischblasenform im Winkel fassen vorder- und rückseitig einen Brokatbesatz mit einem Webmuster aus stilisierten Blütenreihen ein. Der Griff besteht aus Holz mit geometrischen, teilweise eingefärbten Elfenbeineinlagen.
Inventar 1858-Kunstkabinett: Band 2, fol. 42r, Nr. 105
Objekttext:
Exotischer Wedel mit verblasstem Glanz
In den Bereich der Exotica gehört der „Türckische[…] Frauen-Zimmer Fecher“, wie er im Kunstkammer-Inventar von 1717 genannt wird. Der Stabfächer oder Wedel besteht aus einem spannungsreichen Materialmix: Das Blatt ist aus ursprünglich golden gefärbten, im Laufe der Zeit ausgeblichenen Schwanenfedern sowie natürlicherweise bunten Flamingo- und Pfauenfedern gearbeitet. Der Griff ist im Kern aus Holz und mit kleinteilig-geometrischem Elfenbeinmosaik verkleidet. Dazwischen fassen zwei floral emaillierte Messingstreifen sowie eine aufgesetzte Fischblasenform im Winkel vorder- und rückseitig einen (inzwischen oxidierten) Silberbrokatbesatz mit einem Webmuster aus stilisierten Blütenreihen ein. Der kombinierte Effekt der gold- und silberfarbenen Oberflächen musst einmal sehr glanzvoll gewesen sein, was heute aber nur noch zu erahnen ist.
Interessant und sammlungswürdig waren bei diesem Stück sowohl seine kunstvolle Verarbeitung als auch seine exotische, orientalische Herkunft. Ein formal ähnlicher, ungefähr zeitgenössischer osmanischer Federfächer - der allerdings noch kostbarer ausgestattet ist - befindet sich in der Sammlung des Istanbuler Topkapi-Palastes.
Agnes Strehlau
Bibliographie (in Auswahl)
Literatur:
Dettmann, Ingrid; Strehlau, Agnes: Die Herzogliche Kunstkammer in Gotha, Bd. 1 und 2; Petersberg: Imhof, 2021, 177, 298 (Bd.1); S. 325 (Bd. 2), Abb. VI.2, Nr. VI.2
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